Home

Unser Hauptsponsor

raiffeisen.jpg

Sader Immobilien

  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator

Unsere Sponsoren

plosequelle.jpg
piok_helmuth.jpg

Anmeldung Mitglieder






Passwort vergessen?

Wer ist online

Aktuell 2 Gäste online
Brixen Dolomiten Marathon - heiss wie ein Vulkan Drucken

 10.07.2010 - Laufbericht von Herrn Klaus Duwe aus Deutschland - In Brixen ist man schnell. Brennerautobahn Richtung Süden – Brennerpass, Sterzing, dann kommt Brixen. Nach Bozen sind es noch 40 km. Aber das weiß ja jeder. Die Plose, den Hausberg der Brixener, kennen vor allem Skifahrer (längste Skiabfahrt in Südtirol) und Wanderer. Von der Autobahn fällt der unscheinbare „grüne Hügel“, obwohl 2486 m hoch, kaum auf. Jetzt ist er das Ziel beim Brixen Dolomiten Marathon. (Fotos vom Brixen Dolomiten Marathon)

 

 

„Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Alpen. Warum gibt es hier keinen Marathon?“ Oft habe ich das den Sammler Hartmann Stampfer gefragt oder die bekannten Südtiroler Läufer Hermann Achmüller und Gerd Frick. So richtig wussten sie aber auch keine Antwort. Jetzt, pünktlich zum größten Jubiläum der Sportgeschichte (2500 Jahr Marathon), ist es so weit. Zu verdanken haben wir das Christian Jocher. Der gebürtige Brixener, selbst  leidenschaftlicher Marathonläufer (Bestzeit 2:17), kennt die Plose wie seine Westentasche. Die Idee, hier herauf einen Marathon machen, hatte er schon lange. Und als er dann dem Tourismusverein auch eine konkrete Vorstellung der Laufstrecke präsentieren konnte, war die Realisierung schnell beschlossene Sache.

Mit über 350 Anmeldungen (Marathon und Staffel) bei der Premiere ist man sehr zufrieden. Man denkt langfristig. Die Startunterlagen und ein köstliches Nudelgericht bekommt man im Tagungs- und Kongresszentrum Forum Brixen, das auch noch bei einem weitaus größeren Läuferansturm ausreichend ist. Start ist auf dem Domplatz, mitten in der überaus sehenswerten Altstadt.

Der Brixner Dom ist der Himmelfahrt Mariens und dem Heiligen Kassian geweiht und  verfügt über eine bedeutende barocke Innenaussttattung. In unmittelbarer Nähe des Domes befinden sich der romanisch-gotische Kreuzgang mit berühmten Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die Frauenkirche, die Johanneskirche sowie die Pfarrkirche St. Michael.

Es ist ein heißer Sommertag, über 35 Grad. Obwohl Italien nicht mehr aktiv bei der WM dabei ist, läuft in jedem Café, jeder Bar und in jedem Restaurant mindestens ein Fernseher mit Fußball. Heute ist der Tag der Niederländer. Sie feiern ihren Erfolg über die Brasilianer, als wäre der Cup schon ihrer. „Im Endspiel gegen Euch, das wäre toll. Aber das wird ja leider nichts,“ sticheln sie. Abwarten.

http://www.marathon4you.de/laufberichte/brixen-dolomiten-marathon/heiss-wie-ein-vulkan/1261

Gut schlafen kann ich vor keinem Lauf, vor diesem bin ich aber besonders nervös. Ein Blick auf das Streckenprofil verrät, warum. Anders als beispielsweise beim Jungfrau- oder Zermatt Marathon, wo man gut die Hälfte der Strecke ohne nennenswerte Steigungen (Ausnahme Zermatt, gleich hinter Täsch), zurücklegt, geht es hier fast nur bergauf. Wie soll ich das schaffen – in 7 Stunden?

Als am frühen Samstagmorgen die Läuferinnen und Läufer nach und nach eintrudeln, legt sich das schnell. Keiner hat eine Ahnung oder Vorstellung, was kommt, Neugierde und Freude verdrängen sämtliche Befürchtungen. 8.30 Uhr, der Bürgermeister gibt es Startschuss, es geht los.

Wer Applaus und Jubelstürme braucht, um auf Touren zu kommen, hat Pech, denn das Publikumsinteresse hält sich in Grenzen. Die Leute haben anderes zu tun, nehmen den ersten Espresso des Tages, holen das Frühstückbrot oder halten einen Tratsch. Und uns läuft nach 1000 Metern schon der Schweiß. Auch der Schatten am Eisackufer kann nicht darüber hinweg täuschen – es ist schon jetzt zu warm.

Kein Lüftchen geht, als nach 4 Kilometern das Einlaufen jäh beendet wird und die Wegrichtung nach oben zeigt. Ist es nicht ganz so steil, will man zeigen, dass man gut trainiert hat und läuft, bis der Pulsmesser Alarm gibt. Die Aussicht auf die Stadt und die Berge ist herrlich, der alte Bauernhof bestimmt längst verlassen und an der Kapelle bleibt trotz Atemnot Zeit für ein kurzes „bring uns gesund ins Ziel.“ Zweimal konnten wir uns schon erfrischen, dann ist bei km 9,6 die Talstation der Plose-Bergbahn und die erste große Verpflegungsstelle erreicht. Jeder Teilnehmer hat einen Verpflegungsplan bekommen, und weiß, wann er was bekommt. Aufgrund der vorhergesagten Hitze hat man noch vier weitere Getränkestellen (= insgesamt 20!) eingerichtet.

http://www.marathon4you.de/laufberichte/brixen-dolomiten-marathon/heiss-wie-ein-vulkan/1261/2

So ganz nebenbei haben wir die 1000er Marke geknackt. Die nächsten 500 Höhenmeter sacken wir aber schneller ein,  das heißt, es wird steiler. Los geht es auf einem Wiesenhang, den es weit nach vorne gebeugt zu überwinden gilt. Flottes Marschtempo ist das maximal Mögliche für die vier, fünf Marathonis, die sich in meinem Sichtfeld bewegen. Unangenehm ist dieser Streckenabschnitt aber nicht, denn es gibt ziemlich viel Schatten, richtig angenehme Kühle und bei km 16 dank zentimeterdicker Tannennadeln eine butterweiche Joggingeinlage auf einem herrlichen Waldpfad. Die steile Schotterpiste abwärts ist dann nicht so das Wahre, wohl aber die Teerstraße, die uns nach St. Georg (km 17,5) bringt.

Wir sind im Aferer Tal und begrüßen im Sommerdunst die Zacken der Geisler (höchster Gipfel Sass Rigais, 3025 m) und wenig später taucht auch der markante Peitlerkofel (2875 m) auf, der das Logo des Brixen Dolomiten Marathon schmückt. Hinten im Talschluss gibt es einen Übergang ins Vilnösstal, der Heimat von Reinhold Messner. Er erzählt noch heute gerne, wie er als Kind barfuss in den Bergen der Geisler-Gruppe das Klettern lernte. Von Gröden aus sind die Geisler auch per Seilbahnbahnen erschlossen und daher ein sehr beliebtes Wandergebiet.

Die Teerstraße ist leicht abschüssig und man kann es mal so richtig rollen lassen. Laufen, schauen und genießen ist jetzt angesagt. Der Gedanke, dass die verlorenen Höhenmeter wieder eingesammelt werden müssen, stört mich nicht. Wo die Wiesen noch nicht gemäht sind, zeigen sie ihre schönste und vielfältigste Blütenpracht. Schöner kann der Bergsommer nicht sein.

Links ab heißt es dann (km 24), runter von der „Autobahn“, 300 Höhenmeter wollen in einem Streich genommen werden. Zuvor gibt es noch Flüssig- und Trockennahrung, dann geht es in weitläufigen Serpentinen hinauf zur Schatzerhütte (1984 m/km 28), fast immer die irren Zacken der Geisler im Blick. Auf den nächsten zwei Kilometern verliert man wieder etwas an Höhe, verbessert seinen bescheidenen Kilometerschnitt aber nicht wesentlich. Hinauf zur Bergstation der Plosebahn (Kreuztal 2050 m/km 33,5) wird man sogar wieder kräftig ausgebremst, denn 200 Höhenmeter gibt es fast an einem Stück. 

Der Bergbahn haben wir also die vielen Ausflügler und Wanderer hier zu verdanken. Respektvoll gehen sie zur Seite, dass es mir fast peinlich ist. Um 15.00 Uhr muss man hier durch sein, sonst wird man aus dem Rennen genommen. Bis dahin ist noch knapp eine Stunde Zeit. Keine Gefahr also.

Aber in 7 Stunden insgesamt werde ich das Ziel nicht erreichen. Dafür gibt es für mich hier einfach zu wenig zu laufen. Wenn das im Zeitlimit entsprechend berücksichtigt wird, soll mir das aber egal sein. Die Strecke ist nämlich einmalig schön und sehr, sehr abwechslungsreich. Von hier hat man jetzt wieder einen ganz anderen Eindruck. Man blickt hinunter in die Stadt und sieht im Hintergrund die Gletscher der Stubaier und Zillertaler Alpen. Und dabei läuft man durch einen Naturparklandschaft, in der, so weit das Auge reicht, die Alpenrosen blühen. Und das tollste, man kann tatsächlich laufen, wenn man sein Pulver noch nicht verschossen hat. Das Gelände gibt es her. 

http://www.marathon4you.de/laufberichte/brixen-dolomiten-marathon/heiss-wie-ein-vulkan/1261/3

Dann aber, am Ochsenstall (2085 m/km 39), einem herrlichen, friedlichen Aussichtpunkt, wo kein Mensch schlimme Gedanken hat, trifft Dich der Hammer. Dreimal frage ich: „Ist das wahr?“ Dreimal bekomme ich die Antwort: „Ja, es stimmt.“ Es geht darum, wohin der Weg jetzt führt. Stumm zeigt das Mädel senkrecht nach oben zum Kreuz. 300 Höhenmeter auf einem Kilometer. Und als sie mir dann sagt, dass das hier die letzte Verpflegungsstelle vor dem Ziel ist, schütte ich nacheinander das ganze Getränkesortiment in mich hinein, verstärke die Mixtur mit einem Gel und setze mich in Bewegung.

Für alpine Verhältnisse ist der Weg ok, keine Seile und so. Aber es geht nur in kleinen Schritten vorwärts, wie im Leben halt. Dort ist es auch so, dass man von den Dingen, die man sich hart erarbeitet, mehr hat, als von denen, die einem zufliegen.

Was ist das, ich spüre dicke Regentropfen auf meiner heißen Haut. Irgendwo am blauen Himmel muss eine schwarze Wolke sein. Ich will nicht nach ihr suchen, steige einfach weiter. Ich sehe, wie Tropfen für Tropfen auf die Steine fallen und augenblicklich verschwinden, verdunsten, oder sonst was. Kein Stein wird nass. Ist die Plose ein Vulkan? Nach einer Minute ist der Spuk vorbei.

Zwei junge Männer der Bergwacht kommen mir entgegen. „Geht’s noch, willst Du was zu trinken?“. Fünf Minuten später der nächste Sicherheitsposten mit der gleichen Frage und dem gleichen Angebot. Und als ich endlich das Leonharder Kreuz (2365 m) erreiche, muss ich mich in alle Richtungen fotografieren lassen. „Damit Du’s nicht vergisst.“ Wie sollte ich.

Man kennt sich ja aus in den Bergen. Das Gipfelkreuz steht immer oben. Aber das Leonharder Kreuz aber ist ein Wetterkreuz. „Der Gipfel ist dort“, zeigt mir der Bergwachtmann. 121 m weiter oben. Als ob es mir jetzt noch darauf ankäme.

Wieder wird mir Wasser gereicht, wieder schaue ich mich um. Herrlich. Es lohnt sich, nach oben zu kommen. Jetzt noch das Schaulaufen. Karl-Ernst, Peter und ich tun uns zusammen. Wir laufen auf die Plosehütte (2448m/42,195km) zu, im Hintergrund wieder die Geisler und der Peitlerkofel, weiter hinten der Schlern und viele weitere bekannte Dolomitenberge. Ein Gedicht. Drei Läufer auf einmal, da erhebt sich die Sonnenterrasse und applaudiert und sofort will die Sprecherin wissen: „Gratuliere, wie war’s.“ „Schön, wunderschön, aaaaber schwer.“

Ehrlich, die angegebenen Höhenmeter stimmen nicht. Es werden um die 2400 sein. Der Graubünden Marathon hat auf seiner Originalstrecke mehr. Aber kein Marathon, den ich kenne, hat mehr Aufwärts-Kilometer als der hier. Das behaupte ich. Und wer sich davon abschrecken lässt, ist selber schuld. Ich sage Euch, den hier muss man gemacht haben. Aber lest weiter.

Stillschweigend hat man die Zielzeit auf 8 Stunden verlängert. Und zwar aus Überzeugung und aus Respekt vor der Leistung aller, die hier ankommen. Wenn anderswo schon mit den Aufräumungsarbeiten begonnen wird, bereitet man hier dem letzten Läufer einen ganz großen Bahnhof. Der Sieger, Hermann Achmüller, hält das Zielband, es gibt Blumen und ein Interview. Einen schöneren Abschluss dieses einmaligen Lauferlebnisses kann man sich nicht vorstellen. Die Verantwortlichen haben gleich bei der Premiere alle Register gezogen. Hut ab und danke.

Mit Kleinbussen wird man zur Bergstation der Seilbahn gebracht. „1:0 für Deutschland“, ich brauche gar nicht fragen. Public Viewing in den Bergen. Argentinien hat keine Chance, alle sind für Deutschland, Italiener, Holländer, wir natürlich. 4:0 – super, das Spiel, der Lauf.

Mit der Seilbahn geht’s nach St. Andrä. Dort ist das Abschlussfest mit den Siegerehrungen. Dort treffe ich auch die Freunde aus Niederlanden, die gestern in Brixen den Sieg ihrer Mannschaft feierten. „Wenn ihr jetzt alle laut BRAVO DEUTSCHLAND ruft, mache ich ein Bild und bringe es im Internet,“ schlage ich vor. Schaut Euch den Jubel an.

Streckenbeschreibung:   Von Brixen (560 m) auf die Plose (2486 m), Anstieg ca. 2400 m. Sehr schöne und abwechslungsreiche Strecke, mit herrlichen Blicken in die Dolomiten, ins Tal und auf die Stubaier-,  Ötztaler- und Zillertaler Alpen

Logistik:  Gepäcktransport ins Ziel, Shuttle vom Ziel zur Bergstation, Talfahrt nach St. Andrä, Shuttle nach Brixen

Auszeichnung:   Sehr schönes und hochwertiges asics-Funktionsshirt, Medaille, Urkunde (Internet)

Verpflegung:  20 Getränke- und Verpflegungsstellen (Verpflegungsplan) mit Wasser, Iso, Tee, Eistee, Cola, Gel, Bananen, Äpfel, Kekse

Marathonsieger Männer

1.Achmüller HermannPfalzen (BZ)3:37.04,7
 2.Mair AlfredSexten (BZ) 3:51.32,8
 3.Gschliesser PaulRatschings (BZ) 3:53.45,2

Frauen

1.Senfter IreneLana d'Adige (BZ)4:47.11,6
 2.Perathoner AstridBozen (BZ)5:01.05,3 
 3.Pivetta DanielaBressanone (BZ)5:01.30,0

204 Finisher

Ergebnissliste: Link ( http://services.datasport.com/2010/lauf/brixen/ )

 
< zurück   weiter >